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Vortrag, Diskussion & Kneipe: ERZIEHUNG IM KAPITALISMUS

Freitag // 20.02.2015 // Planwirtschaft – Klausstraße 10

Die Organisierten Erzieher*innen i.d. Ausbildung (OEA) laden zu Vortrag, Diskussion und anschliessender Soli-Kneipe in die Freitagskneipe ein. Mit dem Publizisten und Autor des Buches „ Erziehung im Kapitalismus“ Freerk Huisken.:

Immer mehr Förderprogramme und ausgeklügelte Lernstandserhebungen schon bei den Kleinsten erwecken den Anschein, wir seien auf dem besten Weg in Richtung Chancengleichheit für alle. Auf der anderen Seite wächst die gesellschaftliche Schere zwischen Arm und Reich weiter, soziale Sicherungssysteme erodieren langsam aber stetig und das Gerede von Selbstverantwortung – also selbst Schuld zu sein an den eigenen (schlechten) Lebensbedingungen – nimmt zu. Kann es also sein, dass das Bildungssystem andere Zwecke verfolgt als den des Wohlergehens (aller) Menschen?
Für uns als Pädagog*innen stellt sich diese Frage umso dringlicher, als dass sie einen Widerspruch unsere Arbeit betreffend auftut.

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Unser Weihnachtsgeschenk an die Stadt Hamburg – 1744 Auszubildende fordern Vergütung!

Am Donnerstag, 11.12.2014, haben wir dem Senator für Schule und Berufsbildung, Thies Rabe, ein Weihnachtsgeschenk überbracht, angenommen wurde dieses in Stellvertretung von Herrn Albrecht, Pressesprecher der Behörde für Schule & Berufsbildung.
Eingepackt waren darin 1744 Unterschriften von uns Erzieher*innen Azubis mit der Forderung: AUSBILDUNGGEHALT JETZT!

1744 Unterschriften sind ein deutliches Zeichen an die Stadt Hamburg aktiv zu werden:

Hundertfach leisten Menschen, die den Beruf des Erziehers/der Erzieherin erlernen, rund ein Jahr unbezahlte Arbeit in Hamburger KiTas, Schulen, Jugendwohnungen und weiteren sozialen Einrichtungen. Aufgrund des akuten Personalmangels und des schlechten Betreuungsschlüssels sind viele Einrichtungen regelrecht von den Auszubildenden abhängig, setzen sie ab dem ersten Tag schon oftmals wie ausgelernte Vollzeitkräfte ein und eine qualitativ hochwertige Anleitung ist bei der derzeitigen Personalsituation kaum möglich.

„Der schlechte Betreuungsschlüssel in den Kitas und die Kürzungen im sozialen Bereich werden auf den Schultern von uns Auszubildenden ausgetragen. Wir sind billige, sogar kostenlose Arbeitskräfte. Das ist Ausbeutung!“
Janosch T., Schulsprecher der Fachschule für Sozialpädagogik W5, Harburg

Aus diesem Grund haben wir – Schüler und Schülerinnen aller staatlichen und konfessionellen Fachschulen für Sozialpädagogik Hamburgs – uns zusammengeschlossen. Wir fordern einen besseren Personalschlüssel und vor allem eine Ausbildungsvergütung mit sofortiger Wirkung!

IMG_2487An unserer Forderung kommt man nicht so einfach vorbei!

Die negativen Auswirkungen der fehlenden Ausbildungsvergütung sind spürbar: Viele Schüler und Schülerinnen müssen neben 35 Ausbildungsstunden wöchentlich noch zusätzlich arbeiten, um sich über Wasser zu halten. Dauerstress, zeitliche und gesundheitliche Abschläge sind Gründe dafür, dass die allermeisten von uns nicht in der Lage sind, ein Optimum an Qualität aus der

Ausbildung zu schöpfen und warum viele Menschen diese Ausbildung gar nicht erst in Erwägung ziehen.

Gerade in den kommenden Jahren wird der Bedarf an Erzieher*innen aufgrund der zu
erwartenden Pensionierungswelle, dem Ausbau derGanztagsbetreuung in KiTa und Schule und dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz stark zunehmen. Es ist also an der Zeit die Ausbildung deutlich attraktiver zu gestalten.

Wir fordern deshalb eine Ausbildungsvergütung aus öffentlicher Hand und orientieren uns an den Regelungen für Auszubildende (BBiG) Hamburg (AVH).

Im Folgenden stellen wir unsere Forderungen nach einem Ausbildungsgehalt kompakt dar:

  • 1.Eine Ausbildungsvergütung muss mit sofortiger Wirkung eingeführt werden und soll sich aus staatlichen Kassen finanzieren.
  • 2. Die Höhe der Ausbildungsvergütung orientiert sich an der Ausbildungsvergütung für Auszubildende im öffentlichen Dienst. Regelungen für Auszubildende (BBiG) Hamburg (AVH) (1.Jahr 833,26€ 2.Jahr 883,20€ 3.Jahr 929,02€).
  • 3. Die bisherige Ausbildungsstruktur und Generalistik soll beibehalten werden.
  • 4. Die Ausbildung möge weiterhin an staatlichen Fachschulen verbleiben und somit auch einen Zugang ohne allgemeine Hochschulreife ermöglichen.
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400 Auszubildende demonstrieren: Ausbildungsgehalt JETZT!

Rund 400 Auszubildende sind am 11.09.2014 nach Aufruf der Basisinitiative “Organisierte Erzieher*innen i.d. Ausbildung” in Hamburg auf die Straße gegangen. Ab 14 Uhr machten die Azubis ihrem Unmut über eine fehlende Bezahlung und die Ausbeutung während der Ausbildung lautstark Luft und zogen vom Jungfernstieg über die belebte Mönckebergstraße bis zum Gewerkschaftshaus des DGB. Erstmalig gingen damit Erzieher*innen Azubis in Hamburg auf die Straße um auf ihre prekäre Situation aufmerksam zu machen. Die genauen Forderungen können sie hier nachlesen. hp2

Unterstützt wurde die Demonstration durch die Gewerkschaft Ver.di, welche durch eine Vertreterin des Ver.di Fachbereich Gesundheit & Soziales auch die Auszubildenden mit einem Redebeitrag grüßte und ihnen Mut für den weiteren Kampf zusprach. Durch eine gelungene Pressearbeit konnten wir eine breite Öffentlichkeit erreichen, siehe Pressespiegel. Bilder der Demonstration sind hier zu finden.

Wir werten unsere Demonstration als vollen Erfolg. Wir konnten in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erregen und haben in den letzten Tagen viel Zuspruch und Unverständnis darüber erfahren, dass unsere Ausbildung nicht vergütet wird. Das zeigt uns, dass wir genau das Richtige machen und es sich jetzt schon gelohnt hat für eine Bezahlung aufzustehen und aktiv zu werden.  Mit Rückenwind werden wir nun weitere Pläne schmieden um unsere Forderungen weiter öffentlich zu machen. Wir laden alle Auszubildenden nochmals herzlich zu unserem nächsten Treffen ein:
Dienstag 23.09.2014  18h Gewerkschaftshaus (Besenbinderhof)