streikbrecher

Streik? Leider geil! Unsere Zusammenfassung zum aktuellen Tarifkonflikt.

Update (06.05.2015)
!!!UNBEFRISTETER STREIK IM SOZIAL- & ERZIEHUNGSDIENST AB DEM 08. Mai !!!

Die Beschäftigen / Ver.di Mitglieder_innen haben sich in der Urabstimmung eindeutig für einen unbefristeten Streik entschieden.

Ab dem 08.Mai wird daher bundesweit unbefristetet gestreikt. Die Arbeitgeber haben deutlich zu erkennen gegeben, dass sie die Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes ablehnen.  Mit einem unbefristeten Streik gilt es nun die Arbeitgeber_innen zu ernsten Verhandlungen zu zwingen. Der Streik ist die stärkste Waffe, von uns Lohnabhängigen, im Arbeitskampf!!! Mehr Infos von Ver.di gibts hier.

Ablaufplan für die ersten drei Streiktage in Hamburg

Für was wird da eigentlich gestreikt?  Zur Zeit laufen aktuelle Tarifverhandlungen zu den Sozial- und erziehungsberufen. Die Gewerkschaft Ver.di fordert eine Aufwertung der Berufe, mit entsprechender Bezahlung (Entgeltgruppe).  Die Forderung betrifft ca. 750 000 Beschäftigte.

Hier eine kleine Übersicht über die Forderungen:

  • Alle Beschäftigten in diesem Bereich sollen besser eingruppiert werden. So u.a: Erzieher*innen, SPA, Heilerziehungspfleger*innen, Sozialpädagog*innen usw.
  • Eine neue Eingruppierung soll für jede/-n eine Gehaltserhöhung von durchschnittlich zehn Prozent bringen
  • Bei der Zuordnung Beschäftigter zu den einzelnen Stufen sollen Vorbeschäftigungszeiten zwingend anerkannt werden.
  • Auch Mitarbeiter_innen, die bestimmte Formalqualifikationen nicht erfüllen, müssen besser eingruppiert werden – zum Beispiel, wenn Sozialassistenten/-innen als Erzieher/-innen arbeiten.Mehr Infos unter: https://www.soziale-berufe-aufwerten.de/

Was ist bisher passiert? Bisher kam es zu drei Warnstreiks. In Hamburg wurde am 23.03., 07.04. und 16.04. gestreikt. Jeweils haben sich über 2000 Beschäftigte, aus den unterschiedlichen Bereichen, beteiligt. Viele Einrichtungen blieben geschlossen, so über 100 Kitas.

Video-Berichte zu den Streiktagen:
Streik 23.03.
Streik 07.04.
Streik 16.04.

Trotzdem konnte die Forderung nach einer Aufwertung der Berufe, mit entsprechenden Lohnerhöhung (in Hamburg im Schnitt 10% bei Erzieher_innen) bei den Arbeitgebern noch nicht durchgesetzt werden. Sie verweigerten auch in der fünften Verhandlungsrunde eine generelle Aufwertung.  Mehr Infos dazu hier.

Die Beschäftigen / Ver.di Mitglieder_innen haben sich nun in der Urabstimmung eindeutig für einen unbefristeten Streik entschieden. Ab dem 08. Mai wird daher bundesweit unbefristetet gestreikt. Wir stehen voll hinter unseren Kolleg_innen.  Ein radikales gesellschaftliches Umdenken ist nötig und voranzutreiben. Und dafür müssen wir gemeinsam kämpfen!

Was bedeutet der Streik für uns Auszubildende?
Ganz wichtig: Lasst euch nicht als Streikbrecher*innen einsetzen!
Alle Infos dazu findet ihr hier!

Der aktuelle Konflikt bietet auch Anlass für eine kritische Debatte, warum Arbeit im sozialen Bereich derart schlecht bezahlt ist, die Arbeitsintensität ständig erhöht wird und sich die Rahmenbedingungen verschlechtern. So ist in Hamburg der schlechteste Betreuungsschlüssel aller westdeutschen Bundesländern vorzufinden, was letztendlich auch auf dem Rücken von uns Auszubildenden ausgetragen wird: Während unsere Praktika/Ausbildung sind wir billige, kostenlose Arbeitskräfte, oftmals eingesetzt wie Vollzeitkräfte.

Auf den Hamburger Streikdemonstration, am 23.03. &  07.04. , haben wir mit Reden auf diese Missstände aufmerksam gemacht.
Die Forderung nach einem Ausbildungsgehalt erzeugte lautstarken Jubel. Diese Solidarität der streikenden Kolleg_innen gibt uns Kraft und einen langen Atem!

 

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Bericht zum 1. Mai 2015

Am Morgen des 1. Mai fand die traditionelle Gewerkschaftsdemo des DGB statt. Insgesamt zogen etwa 5000 Teilnehmer_innen vom Rödingsmarkt bis zum Fischmarkt am Hamburger Hafen.

Unser neues Hochtransparent und das verteilen hunderter Flyer machten auf unsere Forderungen aufmerksam, ebenso unser Redebeitrag. Diesen konnten wir auf dem Lautsprecherwagen des antikapitalistischen Blocks halten und somit über die Notwendigkeit von Selbstorganisierung und eines Ausbildungsgehaltes berichten.

Bereits am frühen Morgen platzierten wir geschickt eine Tapete, mit unserer Forderung nach einem Ausbildungsgehalt, an den Landungsbrücken. Im Laufe des Tages zogen zwei große Demonstrationen (5000 & 7000 Menschen), sowie tausende Tourist_innen, Bummler_innen usw. an unserer Tapete vorbei.

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Statt Würstchen mit Kart2015-05-01 13.22.43offelsalat auf dem DGB-Fest zu essen, beteiligten wir uns lieber noch an einer Solidaritätsaktion für die Streikenden der Sozial- und Erziehungsberufe. Bei einer spontanen Kundge2015-05-01 13.21.43bung vor der Kita Schepplerstraße, wurden Figuren die zur Solidarität aufrufen, angebracht. Im Anschluss klebten wir noch an einige Kitas unsere 1.Mai Botschaft, in welcher wir die Eltern zur Solidarität aufrufen.

Damit war der Tag aber noch  nicht vorbei: Um zu zeigen, dass unsere Kämpfe global sind und keine Grenze kennen,  schossen wir  noch ein Solidaritätsfoto, für die kämpfenden Erzieher_innen in den USA. Hoch die internationale Soldarität!

2015-05-01 16.02.59Am 1.Mai werden all die kleinen und großen Kämpfe für bessere Bedingungen und eine solidarische Gesellschaft sichtbar. Auch wir haben den Tag genutzt, um auf vielfältige Art und Weiße, auf unseren Kampf aufmerksam zu machen und Solidarität zu zeigen!

 

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Heraus zum 1.Mai

Kommt mit uns am 1. Mai auf die Straße:

10:30h // U Rödingsmarkt // Treffpunkt Ausgang in Fahrtrichtung HBF an unserem Hochtransparent (Da ist die Frau mit dem Megafon drauf)

Wir beteiligen uns dann gemeinsam an der Demonstration der Gewerkschaften, bei der es auch verschiedene Blöcke, so u.a. vom Rise Up! – Bündnis gibt, auf desen Lautsprecherwagen wir reden werden!

Aufruf von OEA zum 1.Mai:
Der 1. Mai ist der internationale Kampftag der Arbeiter_innen.
Weltweit stehen Menschen auf, um gegen Ausbeutung, Unterdrückung, Krieg und für ein besseres Leben zu demonstrieren.

In Deutschland steht der 1. Mai dieses Jahr im Zeichen der Kämpfe in den Sozial- und Erziehungsdiensten. Der Konflikt um die Aufwertung, mit entsprechender Anpassung der Gehälter, spitzt sich langsam zu, die Gewerkschaft Ver.di droht mit unbefristetem Streik. Wir sagen: Unbefristeter Streik – leider geil!, und notwendig um unser gemeinsames Interesse durchzusetzen.

Der Konflikt um unser Berufsfeld macht deutlich, dass ein radikales gesellschaftliches Umdenken notwendig ist. Soziale Berufe gehören aufgewertet und gesellschaftlich vorangestellt, denn gute Betreuung und Bildung aller Kinder sind ein wichtiger Pfeiler für eine solidarische Gesellschaft.

Der Konflikt bietet auch Anlass für eine kritische Debatte darüber, warum Arbeit im sozialen Bereich derart schlecht bezahlt ist, während die Arbeitsintensität ständig erhöht wird und sich die Rahmenbedingungen verschlechtern. So ist in Hamburg der schlechteste Betreuungsschlüssel aller westdeutschen Bundesländer vorzufinden, was letztendlich auch auf dem Rücken von uns Auszubildenden ausgetragen wird: Während unser Praktika/Ausbildung sind wir billige, kostenlose Arbeitskräfte, oftmals eingesetzt wie Vollzeitkräfte.

Dies verweist nicht nur auf Sparmaßnahmen der städtischen Politik, sondern auch auf die Bedeutung sogenannter Care-Arbeit. Kinderbetreuung, Erziehung, Pflege und Sorgearbeit finden größtenteils im Privaten statt und werden mehrheitlich von Frauen geleistet. Dass unbezahlte Hausarbeit zunehmend dem Markt unterworfen wird und aus ihr schlecht bezahlte Dienstleistungen werden, ist auch heute noch Ausdruck patriarchaler Geschlechterverhältnisse und der Abwertung weiblicher Arbeitskraft.

Am 1. Mai gehen wir auf die Straße, um unsere Kämpfe sichtbar und deutlich zu machen, denn ein bisschen mehr ist nicht genug! Kommt alle und reiht euch mit uns in die Demonstration ein!

Im Anschluss  gibt es auch noch eine Demonstration für die Rechte von Geflüchteten und gegen die mörderische Flüchtlingspolitik der EU:
Parade von „Recht auf Stadt – Never mind the papers“
1. Mai 2015 – 14 Uhr – Millerntorplatz – Hamburg
https://www.facebook.com/events/468732509945558/